Es gibt sie: Die ultimative SmartWatch


Enlight1 (1)Schon lange bin ich auf der Suche nach einem Begleiter an meinem Arm, der mein Leben digital bereichert. Nach einigen Jahren des Experimentierens bin ich nun fündig geworden. Und zwar nicht kurzfristig fasziniert, sondern nun seit Monaten nachhaltig begeistert! Das kleine Gerät, das es in mein zugegeben kritisches Herz geschafft ist, mag allerdings für den einen oder anderen eine Überraschung sein…

Aber von vorne. Wie gesagt: Die Suche war lang. Und zäh. Und mal mehr, mal weniger frustrierend. Meine Perspektive dabei ist eigentlich eine ganz einfache: Ich trage grundsätzlich eine Uhr. Damit sie mir zuverlässig die Uhrzeit zeigt. Und schön aussehen soll sie. In diesen Punkten gehe ich keine Kompromisse ein. Das ist erstmal die Grundvoraussetzung. Darüber hinaus bin ich erpicht darauf, mich von digitalen Mehrwerten bereichern zu lassen. Aus diesem Blickwinkel habe ich in den letzten Jahren zuverlässig jeden Hype mitgemacht und alles, was im Marketing laut geschrien hat, kurzerhand angeschafft. In Anspielung auf meinen letzten Artikel: Ja, meine Frau macht einiges mit mir mit.

Enlight1

Folgend meine Sammlung, Erläuterungen zu den Einzelnen von links nach rechts.


jawboneNo. 1: Jawbone

Wer kennt’s nicht: Der Fitnesstracker Jawbone. Der Einstieg war einfach, denn das kleine Ding ist ja keine SmartWatch, sondern ein anzeigenloser Tracker für Sport und Schlaf. Ich habe es ergänzend zu meiner Uhr am anderen Handgelenk getragen und damit keine Einschränkungen hinnehmen müssen. Der Schritt zum digitalen Begleiter war also leicht gemacht, allerdings währte er nicht lange. Um den Schlaf tracken zu können, musste der Träger vor dem Einschlafen einen Knopf drücken. Nach einer Woche habe ich das regelmäßig vergessen und das nervte. Sport ist nicht so mein Ding, daher war der Mehrwert gering. Nachteile ergaben sich durch die Dicke des Bandes, die erforderte, dass ich es am Arbeitsplatz abnehmen musste. Nicht selten habe ich dann natürlich vergessen es wieder dran zu machen. Durch die mangelhafte Qualität habe ich dann den Schlussstrich unter dieses Band gezogen. Es ist nass geworden und war kaputt. So ging es Tausenden Pionieren der ersten Stunde: Ab in die Ecke und mich mit meiner normalo Uhr begnügt.


ipodNo. 2: iPod, ein Versuch

Der nächste Versuch war das Tragen eines iPods mit Armband. Das war dann schon irgendwie fancy, wie die IT-Branche zu sagen pflegt. Meine geliebte Musik immer am Handgelenk! Coole Sache. Als ich prahlend mit großen Kopfhörern ins Nachbarbüro stolzierte, machte mich allerdings ein Kollege drauf aufmerksam, dass ich die Musik doch auf dem Handy in der Hosentasche habe. Stimmt. Ach, sei ruhig. Ich habe ne SmartWatch! Der Wurf in die Ecke kam dann aus zwei Gründen: Erstens nervte die Bewegung, die mit dem Arm ausgeführt werden muss, um das Display einzuschalten. Das funktionierte nur bei jedem zweiten Mal und muss auch für Fremde ziemlich affig ausgesehen haben. Die Akkulaufzeit kam natürlich noch dazu. Nach zwei Tagen war Ende im Gelände und die Uhr musste per Kabel geladen werden. Also: Nachteile bei meinen Grundanforderungen und weg damit.


im-watch-artschoolvets-2No. 3: I‘m Watch, die Erste

Jetzt wird es langsam spannend: Meine erste wirkliche SmartWatch „I’m Watch“ eines italienischen Herstellers. Mit Apps und Anbindung ans Handy und und und. Bei Bestellung im Jahre 2012 waren vier Wochen Lieferzeit angesagt. Nach vier Monaten und wutgefüllten Foren überbrückte ich die Zeit mit der Anschaffung eines Samsung Gear Fit-Armband.

 


gearfitNo. 4: Samsung Gear Fit, das erste Mal in schön

Der erste Eindruck dieses Armbands war Bombe. Wirklich schön anzusehen und ein reduziertes, pfiffiges Interface. Außerdem gab es an Stelle eines Kabels eine schöne Ladestation dazu. Ideal wäre es gewesen, wenn die Uhrzeit beim Laden sichtbar geblieben wäre, dann hätte das einen schönen Wecker ergeben! Lustig ist es übrigens, dass sich Microsoft erstaunliche zwei Jahre später für einen exakten Clon des Gear Fits feiert. Die Faszination des Samsungs Geräts hielt allerdings nicht lange, denn auch bei ihm braucht es eine akrobatische Armbewegung um das Display einzuschalten. Und das leidige Akku-Thema. Ab in die Ecke…


cookoo-smartwatch-uhrNo. 5: cookoo, die erste SmartWatch ohne Akkuprobleme!

Apropos kurze Akku-Laufzeit: Meine nächste Faszination galt der ersten SmartWatch, die mit vielen Tagen ohne Aufzuladen genau diese Herausforderung angeblich meistern kann. Und wie machte sie das? Ganz einfach: Sie verfügte nicht über ein beleuchtetes Display, sondern lediglich über eine kleine Anzeige neuer Nachrichten und Virbationsalarm. Das klingt großartig! Als das Ding dann eintrudelte, entpuppte es sich wortwörtlich als großartig. Riesig sogar. Es war mit ihrem Gewicht bereits eine akrobatische Übung überhaupt den Arm zu heben. Kein Hemd passte über diesen Koloss. Die ersten Versuche der Kopplung mit dem SmartPhone gingen in die Hose. Ab in die Ecke.

 

No 3: I’m Watch, die Zweite

So! Nach mehr als einem Jahr trudelte dann überraschend die italienische Smartwatch ein! Hurra! Auch klobig, aber mit buntem Display. Und Apps! Allerdings konnte ich keine neuen aus dem hauseigenen Store runterladen, wegen Software-Fehlern. Ca. alle zwei Stunden stürzte der Apparat ab. Software-Updates sollten das Problem angeblich beheben, allerdings ließen sich keine Updates installieren. Wegen eines Software-Fehlers. Ab in die Ecke. Mit vollster Wucht.


motoNo 6: Motorola Moto, nicht schlecht Herr Specht!

Dann kam der Frühling. Mit Sonne. Die Moto 360. In der Werbung eine Augenweide. Bildschön! Da diese verheißungsvolle Zukunft nur in Verbindung mit Android nutzbar war, ging ich den Schritt, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich ihn gehen würde. Ich kaufte nicht nur die Moto, sondern dazu ein Samsung S4 Handy. Mit Android. Weg von meinem iPhone. Krass. Das Google Betriebssystem hat meine Erwartung erfüllt und zuverlässig die bekannten Schwächen präsentiert: Wirr, inkonsistent, viel zu viele Optionen und wenig ansehnlich. Die Moto enttäuschte ein wenig in der Auspack-Experience. Denn diese schönen Ziffernblätter aus der Werbung sehen in Wirklichkeit bei weitem nicht so ästhetisch aus. Auf Grund des flachen Bildschirms sieht sie schlicht und ergreifend nicht wie eine wirkliche Uhr aus. Der faszinierende Cloud: Eine Ladestation für den Nachttisch! Damit musste die Uhr zwar jede Nacht geladen werden, aber das war nicht allzu schlimm, denn sie erfüllte dabei den Zweck eines Weckers. Tolle Sache! Aber leider wurden dann auch schnell die Schattenseiten deutlich: Zum Schlaftracken taugt das Gerät nicht, denn nachts muss es laden. Also nutzt man es tagsüber. Und was tat die Uhr da? Im Wesentlichen mich ständig stören. Hier eine E-Mail, hier ein Facebook-Like, hier eine Whatsapp-Nachricht. Stück für Stück habe die Notifications der einzelnen Apps ausgeschaltet, bis ich irgendwann feststellen musste, dass alle Notifications aus waren. Was tat die SmartWatch dann noch? Die Uhrzeit anzeigen. Mehr nicht. Hm. Meine normalo Uhren sind dann doch noch ästhetischer und müssen nie geladen werden. Dieses Mal ging die Uhr nicht in die Ecke, sondern ich habe sie meinem Neffen vermacht. Der scheint seitdem auch glücklich damit zu sein. Und ich durfte wieder zurück zu meinem iPhone. Welche Freude. Was für eine Befreiung!


applewatchNo. 7: Apple Watch, der Looser

Damit der Beitrag nicht wieder endlos wird, mach ich‘s hier kurz: Ähnlich wie die Moto, aber mit erheblich schlechterer Interaktion. Diese ganzen kleinen Knöpfchen auf dem Screen und das verwirrende mal hoch, mal runter wischen…Null Mehrwert. An dieser Stelle empfehle ich einen früheren Artikel, in dem ich den Wandel von Apple tiefgründig erläutere. Auf Grund des gravierenden Preises ging sie auch nicht in die Ecke, sondern an einen Arbeitskollegen. Der hat sie aber nach zwei Wochen an einen anderen weitergegeben. Wo sie heute abgeblieben ist, weiß ich gar nicht. Irgendwie will die keiner länger als drei Wochen haben…

 

Es gibt sie: Die ultimative SmartWatch

So! Die Sonne naht! Der Gewinner ist….Eine SmartWatch, die nicht im bunten Strauß oben zu sehen ist, weil sie an meinem Arm thront. Und die gebe ich nicht mehr her.

Enlight1 (1)

Es ist die ziemlich unbekannte Withings Activité. Eine Schönheit. Mit einer sagenhaften Akkulaufzeit von einigen Monaten! Wie kann das sein? Ganz einfach: Es ist erstmal eine Uhr made in Switzerland, der man nicht ansieht, dass sie Digitalisierung beherbergt. Wer also eine ästhetische Uhr zum kompromisslosen Uhrzeitlesen braucht: Bitte schön! Aber: Sie verfügt zusätzlich über Sensoren zu Schlaf, Bewegung und Schwimmen. Und über Bettnachbar-schonende Weckmöglichkeit per Vibration. Ich habe also meine Uhr ohne Nachteile, wenn ich aber mal schlecht geschlafen habe, kann ich nachsehen, wie gut es tatsächlich war. Aber ich muss ansonsten nichts tun. Ich muss die Uhr nicht laden, keinen Knopf drücken um einen Schlafmodus zu starten…nix. Das ist Digitalisierung mit Mehrwert. Ich glaube ich bin verliebt. Nein. Es ist mehr als das. Es ist Liebe.

2 Comments

  • Simon H.

    1. März 2017 at 20:10

    Sehr unterhaltsamer Artikel! Deine AppleWatch habe ich mittlerweile. Ich trage sie allerdings nicht, da ich kein klassischer Uhrenträger bin und sie mir keinen Mehrwert bietet, der das ändern würde. Ich würde sie in der Tat weitergeben.

  • Moises Eckenrode

    21. Oktober 2017 at 12:05

    Hervorragender Beitrag und einen wirklich schönen Blog hast du hier! Ich werde sicherlich öfter mal vorbeischauen! :)

Post a Comment