Es gibt sie: Die ultimative SmartWatch


Enlight1 (1)Schon lange bin ich auf der Suche nach einem Begleiter an meinem Arm, der mein Leben digital bereichert. Nach einigen Jahren des Experimentierens bin ich nun fündig geworden. Und zwar nicht kurzfristig fasziniert, sondern nun seit Monaten nachhaltig begeistert! Das kleine Gerät, das es in mein zugegeben kritisches Herz geschafft ist, mag allerdings für den einen oder anderen eine Überraschung sein…

Aber von vorne. Wie gesagt: Die Suche war lang. Und zäh. Und mal mehr, mal weniger frustrierend. Meine Perspektive dabei ist eigentlich eine ganz einfache: Ich trage grundsätzlich eine Uhr. Damit sie mir zuverlässig die Uhrzeit zeigt. Und schön aussehen soll sie. In diesen Punkten gehe ich keine Kompromisse ein. Das ist erstmal die Grundvoraussetzung. Darüber hinaus bin ich erpicht darauf, mich von digitalen Mehrwerten bereichern zu lassen. Aus diesem Blickwinkel habe ich in den letzten Jahren zuverlässig jeden Hype mitgemacht und alles, was im Marketing laut geschrien hat, kurzerhand angeschafft. In Anspielung auf meinen letzten Artikel: Ja, meine Frau macht einiges mit mir mit.

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SmartHome im Selbstversuch. Oder: „Wie leitet man zuverlässig eine Scheidung ein“

UX

Altes Code EingabegertOk, irgendwo bin ich ein Nerd. Mein Start der smarten Umrüstung zur Hausautomatisierung liegt zwei Jahre zurück. „Damals“ habe ich angefangen hinter nahezu jeder Dose und jedem Schalter einen Sensor oder Aktor von Homematic zu verbauen. Etwas überrascht war ich von der krass technischen Bedienoberfläche des Systems. Ohne boolesche Algebra im Informatik-Studium wäre ich wohl kaum weit gekommen. Hatte ich aber und fühlte mich gefordert. Erste Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten: Der „Gute Nacht“-Modus per Knopfdruck mit Ausschalten aller Lichter und Herunterfahren der Jalousien. Es packte mich: Sensoren am Schlüsselbund melden die Abwesenheit von allen und schalten eine selbst zusammenkonfigurierte Alarmanlage ein. Ein USB-Stick in der Steueranlage ließ mich wenig später einen Webserver starten und anprogrammieren. Das mitgeschnittene und entzifferte Protokoll unserer SONOS-Musik-Anlage machte damit das Abspielen von Sounds per Skript möglich. Rock n Roll! Dann die Heizungssteuerung: Ein Abgleich der Außen- und Innentemperaturen identifizierten Temperaturstürze und konnte die träge Fußbodenheizung fahren, bevor die Kälte oder Hitze in den Räumen angekommen war. Ein Traum.

Das Ganze wurde allerdings ziemlich schnell zum Albtraum. Der Webserver erlegte nach wenigen Wochen die Zentrale der Hausautomatisierung. Das ganze System musste zurückgesetzt, jede Komponente neu angelernt werden. Das heißt: Dosen aufschrauben und Schalter rausprökeln um an die ganzen kleinen Wundersender zu kommen. Ok, das hatte ich auch herausgefordert. Aber selbst mit frischem System lief nichts länger als zwei Tage rund. Ständig Akkus alle. Ständig Fehler im Funkkontakt. Ein Serientermin erforderte jeden Samstagmorgen das Prüfen und Beheben von Systemmeldungen. Die Suche nach einem Elektriker, der sich das Ganze mal ansehen sollte, blieb vollends erfolglos: Es gibt keine auffindbaren Elektriker, die sich mit diesem Geraffel auskennen! So langsam fühlte ich mich vom Marketing der SmartHome-Protagonisten auf den Arm genommen. Continue Reading

“Think different” ist hirntot

iMacDer Konzern Apple macht dieser Tage eine Schlagzeile nach der anderen. Und es fällt schwer all diese Nachrichten einzuordnen, denn mal werden gigantische Gewinne gemeldet, mal eine Reduktion der iPhone Produktionsrate. Gerüchte um angeblich (aber nie offiziell bestätigte) geringe Verkaufszahlen der Apple Watch lassen uns Medienkonsumenten vollends meinungslos zurück.

Es gibt allerdings belegbare Indikatoren, dass der Apfel bereits auf der Intensivstation liegt. Die ursprünglichen Erfolgsfaktoren verlieren massiv an Bedeutung. Teils wurden sie vom Management bewusst aufgegeben, teils scheint der Mut oder die Fähigkeit zu fehlen, um sie weiter aufrecht zu halten.

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Interview für die Netzwirtschaft – Digitale Workouts

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Im Onlinemagazin „Netzwirtschaft“ erörtere ich unter anderem die zwei größten Herausforderungen der Digitalisierung.

  1. „Die Digitalisierung bringt eine ganz massive gesellschaftliche Veränderung mit vielen Vor- aber auch Nachteilen, die aktuell so gut wie gar nicht behandelt werden.
    Beispielsweise ändert sich unsere Kommunikation, mitunter mit massivem Informationsverlust. E-Mails filtern Mimik, Gestik und Betonung fast vollständig heraus. (…) Somit sehe ich die größte gesellschaftliche Herausforderung der Digitalisierung in einer Re-Emanzipierung der menschlichen Stärken.“
  2. „Es gibt in Deutschland an diversen Stellen verkrustete und unflexible Strukturen, die nur sehr langsam dem internationalen Innovationsdrang folgen. (…) Der Erfolg der europäischen IT-Landschaft profitiert aktuell noch von den verkrusteten Strukturen und kann noch ausschlachten, was auszuschlachten ist. (…) Eine neue Idee oder Vision lässt sich nicht mit den digitalen KPIs fassen. Nur mit Vertrauen in eine Sache, in ein Gründerteam, und mit Mut etwas Neues zu wagen.“

Das Fazit: „Wir müssen lernen, Risiken einzugehen. Mutig zu sein. Visionen nicht als Spinnerei zu verteufeln, sondern einfach mal wagen etwas zu verlieren, aber damit auch mal etwas Neues zu gewinnen.“

Das gesamte Interview ist unter http://netzwirtschaft.net nachzulesen.

Vortrag „Software-Lösungen in hoch kritischen Einsatzszenarien“

20130425_002_IMG_3190_jpgAm 8.12.2015 hatte ich die Ehre vor dem Lions Club Lünen einen spannenden Vortrag über Software-Lösungen in hoch kritischen Einsatzszenarien zu halten.

Im Unterschied zu regulären Unternehmensanwendungen, stellen sich in Anwendungsfällen, in denen Fehlbedienungen zu fatalen Folgen führen können, besondere Anforderungen. Denn der Benutzer hat keine Möglichkeit zu lernen oder auszuprobieren, er muss sofort richtig agieren. Im Detail müssen folgende beiden Aspekte behandelt werden:

  1. Die Anwendung muss absolut selbsterklärend sein. Informationen müssen adhoc verständlich sein und dürfen kein zeitkostende und fehlerbehaftete Deutung oder Interpretation erfordern. Statt dessen müssen die mentalen Modelle des Benutzers klar und transparent abgebildet werden. Als Beispiele erläuterte ich anschauliche Visualisierungen mit 3D-Modellen, die leicht verständlich die Realität abbilden.
  2. Die Anwendung muss maximal effizient sein. An Stelle der gängigen Werkzeugkasten-Boliden, die erst erschlossen werden müssen, gilt es das akut benötigte Funktionsset passgenau und extrem reduziert anzubieten. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Deutsche Zentrale Notruf, den wir mit einer Software ausgestattet haben, die von den Agenten in den Service-Centern genutzt wird. Der Clou des Konzepts: Eine Art „Panik-Knopf“, über den der Agent die umfangreiche Anwendung in einen extrem fokussierenden geführten Dialog verwandelt. Diese Funktion ist deshalb so wertvoll, weil über den Notruf zum Glück vor allem unkritische Ereignisse gemeldet werden und kritische Situationen nur selten auftreten. Der Agent hatte bislang in einem solchen kritischen Notfall keine laufend trainierte Routine und sah sich einer immensen psychischen Belastung ausgesetzt. Der Panik-Knopf bietet ihm nun immer ein Fangnetz und damit ein erheblich sichereres Gefühl bei seiner Arbeit.

Ankündigung: Vortrag „Ergonomische Datendarstellung“ auf der SMART DATA Developer Conference

Smart Data ConferenceAm 18.04.2016 spreche ich auf der SMART DATA Conference in München. Das Thema:  Ergonomische Datendarstellung

Die Zusammenfassung: 

Daten sind nur so gut, wie sie dem Betrachter verständlich sind: Warum gibt es Informationsdarstellungen, die intuitiv eine Bedeutung kommunizieren, und warum sind Zahlen in einer Tabelle niemals ad hoc verständlich? Die Lösung: Der Mensch versteht, was er kennt. Und Bilder werden immer schneller wahrgenommen als Text, der bewusst interpretiert werden muss. Um Informationen einfach verständlich zu kommunizieren, gilt es also die Daten in einer Form zu verbildlichen, die Benutzer bereits mit einer Bedeutung assoziiert.

Dieser Vortrag liefert psychologische Hintergründe und einen strukturierten Weg, wie Daten optimal und begeisternd aufbereitet werden können.
Das gesamte Programm ist hier herunterladbar: http://smart-data-developer-conference.de/wp-content/uploads/sites/10/2015/11/SMARTDATA_Programm_2016.pdf

World Usability Day der Metropole Ruhr

wudGestern fand der World Usability Day der Metropole Ruhr statt und glänzte durch eine selten so gesehene Organisation und Qualität! (Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass ein Teil der Organisation von meinem Team gestemmt wurde :-))

Mein Vortrag „Mensch vs. Computer: Macht das alles überhaupt Sinn?“ polarisierte wie immer, bot aber laut Feedback einen sehr guten, kritischen, aber unterhaltsamen Einstieg in das ganze Thema Digitalisierung und Industrie 4.0. Der Workshop „Vom Pattern zum Control“ widmete sich dann Nachmittags ausgebucht der Schnittstelle UX zu Technik und zeigte Hürden und Methoden auf, wie Konzepte und Designs zielsicher und nachhaltig den Weg in große Software-Produkte finden können.

 

 

 

Digitale Lösungen müssen dem Menschen „Wahre Mehrwerte“ liefern

Wahre Mehrwerte

Auf dem UX Congress 2015 in Frankfurt forderte ich in meinem Vortrag „Wahre Mehrwerte“ den Blick weg von Technologien oder Featuresets hin zum Menschen zu richten. Welche Bedürfnisse hat er, wann ist er glücklich? Warum will er eigentlich etwas tun? Wie kann eine digitale Lösung devot unterstützen?

Diese Fragen führen zur Erkenntnis, dass sich nahezu keine heutige Unternehmensanwendung wirklich am Menschen orientiert, sondern an technischen Motivatoren, an Marketing-getriebenen „Immer noch eine Funktion mehr“ und kaum eine Anwendung reduziert die Informationen und Funktionen auf das, was der Benutzer gerade braucht. Ein E-Mail-Programm quillt über an Funktionen, obwohl der Hauptanwendungsfall doch wohl ist, eine E-Mail zu schreiben. Die Kontaktliste in jeder solchen Anwendung à la Outlook präsentiert stolz alle Kontakte in einer langen Liste. Und das, obwohl das Programm doch eigentlich meine aktuellen Gesprächspartner aus E-Mails und Terminen kennt! Im Ergebnis muss der Benutzer suchen, suchen, suchen.

Dieser Vortrag lieferte Gedankenanstöße und die wichtigen Fragen, die es gilt zu stellen. Und zwar BEVOR die Featureliste festgezurrt ist. Denn weniger ist mehr. Vor allem bei Software.

Daniel Greitens zum Thema IoT: „Der Preis der Vernetzung“

IoTDie aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift „Business Technology“ widmet sich dem Thema „Internet of Things“. Eröffnet wird das Thema durch eine Bestandsaufnahme von mir. Unter dem Titel „Der Preis der Vernetzung“ wagt mein Artikel den Schritt zurück und beleuchtet das Thema mit alle seinen Vor- und Nachteilen.

Zusammenfassend: Die Vernetzung von jedem und alles bietet viele Chancen. Aber gleichzeitig wird alles komplizierter, anfälliger und für den Laien unkontrollierbarer. Es wird an den Anbietern der Technologien und Lösungen liegen wirklich sinnvolle Anwendungen für den Menschen zu liefern. Auf jeden Fall aber werden wir uns darauf einstellen können, dass in 10 Jahren ein Hotelzimmer erst nach Lesen einer Bedienungsanleitung zu betreten ist…

Update: Der Artikel ist seit Anfang 2016 unter https://jaxenter.de/der-preis-der-vernetzung-32033 online einsehbar.

 

 

 

 

Die Befreiung der Anwendungen

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Fachzeitschrift „Business Technology“ 1.2015, Heft 20 des S&S Verlages (www.bt-magazin.de). Er ist außerdem auf der Online-Plattform jaxenter.de verfügbar: https://jaxenter.de/die-befreiung-der-anwendungen-19564

Das Dorf in den Bergen ist zu beneiden, denn anders als in der IT-Branche ist hoch oben der Almabtrieb schnell vollzogen. Wir in der digitalen Welt sehen uns hingegen mit einer schier unendlichen Menge an Kühen konfrontiert, die eine nach der anderen durch unser Dorf getrieben wird. In dieser niemals endenden Zeremonie ist schwer zu sondieren, welche der Kühe denn nun tatsächlich Relevanz hat und welche einfach nur aus Marketinggründen ins Tal der Entwickler und Anwender muss. 

Genau an solch einer Stelle stehen wir nun wieder: Mobile, HTML5, Xamarin, Universal-Apps und viele andere Buzzwords sind mit ohrenbetäubendem Glockengeläut auf den Feldwegen unterwegs. Im Gegensatz zu vielen anderen Trends bahnt sich hier aber seit einigen Jahren eine nachvollziehbare Revolution an, der wohl kaum ein Entwickler oder Anwender entgehen wird …

Ursprung

Um diese aktuelle Revolution zu verstehen, bedarf es zunächst eines Blicks zurück. Die Eroberung des Computers begann bekanntermaßen 1989 mit der Entwicklung einer akademischen Vernetzung am CERN in der Schweiz (Abb. 1). Forscher sollten schnell textuelle Informationen austauschen können und das Internet war geboren. Der Computer war damals als Werkzeug für Experten gedacht, der Anspruch an seine Gebrauchstauglichkeit verständlicherweise noch sehr gering.

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